Reiseführer Venezuela
Choroní / Puerto Colombia

Die Playa Grande in Puerto Colombia, meist das eigentliche Ziel, wenn
Reisende von Choroní sprechen, ist einer dieser traumhaften
Strände, an dem die Palmen bis ans Wasser wachsen und ein
müdes Winken ausreicht, um kalte Getränke zu erhalten. Unter
der Woche ist der Strand menschenleer, am Wochenende recht voll und vor
allem zu Ostern, Karneval und Weihnachten super voll, aber immer noch
reizvoll, wenn man ein Zimmer vorgebucht hat.
Puerto Colombia besitzt einen kleinen natürlichen Hafen für
die Holz- und Fieberglasboote der Fischer des Dorfes. Diese nutzen ihre
Boote gleichwohl zum Fischen als auch zum Transport von Einheimischen
oder Touristen zu einem der Nachbarstrände oder -dörfer. Im
Ortskern gibt es eine Reihe von Restaurants mit exzellenten
Meeresfrüchten und am Hafen die Kneipe Lucho - alles wunderbare
Orte, um bei Cuba Libre die Reise durch Venezuela zu beginnen oder
erlebte Abenteuer Revue passieren zu lassen.
Lage
Puerto Colombia ist auf dem Landweg nur über eine einzige
Straße erreichbar. Diese führt von der Stadt Maracay durch
den Nationalpark Henri Pittier. Die Entfernung beträgt nur wenige
Kilometer Luftlinie, aber sie besteht fast ausschließlich aus
Serpentinen, die auf 1500 Meter zunächst hoch und dann wieder
runter führen. Je nach Vehikel dauert der Trip daher zwischen 1,5
bis 2,5 Stunden. Die Strecke aber gehört zu den landschaftlich
reizvollsten Straßen Venezuelas. Sie führt durch dichten
Urwald, vorbei an haushohen Farngewächsen und bietet die
Möglichkeit eine Horde Araguatos, Rote Brüllaffen, zu
erspähen.
Drei Kilometer bevor sich die Fahrt dem Ende nähert, passiert man
das koloniale Dorf Choroní, das eine Besichtigung wert ist.
Dann, wie aus dem Nichts, wechselt die Natur vom satten Grün des
Waldes zu dem Ocker trockener Kakteen auf roter Erde und mittendrin im
Farbenspektakel liegt das Ziel, der Fischerort Puerto Colombia.
Ausflüge
Neben dem Großen Strand, der Playa Grande, gibt es noch
reihenweise Attraktionen. Wer wenig Zeit mitbringt, sollte von den im
Folgenden angeführten Zielen und Touren zumindest einen
Bootsausflug nach Chuao ins Auge fassen und über eine
Dschungeltour nachdenken.
Ausflüge auf eigen Faust
Buchten von El Diario
El Diario besteht aus drei kleinen Buchten, an denen man meist allein
ist und ungestört baden und sich sonnen kann. Statt Palmen
säumen die Buchten ein paar magere Pinien und Kakteen. Das Wasser
aber ist einladend und auf jeden Fall erfrischend nach dem ein- bis
anderthalbstündigen Fußmarsch durch die Sonne (Trinkwasser
mitnehmen).
Um nach El Diario zu gelangen, geht man die Hauptstraße Richtung
Choroní bis zu dem Örtchen El Camping. Hinter einer kleinen
Brücke führt eine Seitenstraße zum Hotel El Portete.
Vorbei am Hotel gelangt man zum Friedhof, den man rechts liegen
lässt. Nun orientiert man sich an den Funkmasten, steigt zu diesen
hinauf und folgt einem Trampelpfad durch die Kakteenpflanzen, welcher
nach ca. 45 Minuten rechts ab hinunter zu den Buchten führt.
Falls man den korrekten Trampelpfad zunächst verpasst und weiter
aufsteigt, wird man nach einigen hundert Metern mit einer
sensationellen Aussicht von den Klippen auf die See belohnt, muss das
Stück Weg aber wieder zurücklaufen.
Bootstouren nach Cepe oder Chuao
Beide Dörfer bzw. Strände, Chuao und Cepe, sind nur mit dem
Boot zu erreichen. Bis Chuao dauert die Überfahrt 20-30 Minuten,
bis Cepe etwas länger. Cepe verfügt über einen
wunderschönen Strand und eine Tauchbasis (s.u.).
Das 1200 Einwohner zählende Dorf Chuao wurde für seine
ursprüngliche koloniale Architektur im Jahr 2002 von der UNESCO
ausgezeichnet. Vor allem jedoch ist es berühmt für seinen
hervorragenden Kakao. Es verwundert daher nicht, dass man auf der
sandigen Straße vom Strand zum Dorf links und rechts nur
Kakaopflanzen zu Gesicht bekommt. Zu Fuß benötigt man
für die Strecke bis ins Dorf etwa eine Stunde oder man wartet auf
den unregelmäßig fahrenden Bus, der wie alle weiteren 20
Autos der Dorfbewohner in einem kleinen Boot über das Meer
gebracht werden musste. Auf dem Kirchplatz wird der gepflückte
Kakao zum Trocknen ausgelegt und hinter dem Dorf gibt es eine
Möglichkeit im Fluss zu baden. Die Kinder Chuaos sind meist schon
dort und planschen.
Boote verkehren ständig zwischen Puerto Colombia, Chuao und Cepe.
Ein Platz in einem Boot kostet US-$ 4-7 für Hin- und
Rückfahrt. Möchte man ein Boot für sich allein chartern,
so kostet das rund US-$ 32 bis Chuao und US-$ 36 bis Cepe.
Die Strände Valle Seco, Aroa und Uricaro sind ausschließlich
mit einem gecharterten Boot zu erreichen. Die Preise schwanken, sollten
sich aber um die US-$ 40 bewegen.
Ausflüge durch den Nationalpark Henri Pittier
Es gibt jede Menge Trampelpfade durch den Nationalpark Henri Pittier,
aber darin liegt gleichzeitig das Problem, wenn man sich allein auf den
Weg macht. Viele dieser Wege führen zu einem Feld und dann nicht
weiter. Beschreiben kann man die Wege kaum, da es unterwegs keine
markanten Richtpunkte gibt. Es ist zwar nicht gefährlich, aber
doch relativ unbefriedigend.
Falls sich trotzdem jemand allein auf den Weg machen sollte, kann er
mit dem Bergbus bis La Planta (20 Minuten) fahren und dort ein wenig
herumlaufen oder bis Uraca (30 Minuten), dort in dem Wasserfall El
Dique baden und sich das 1910 gebaute Wasserwerk anschauen, das heute
als Kunst- und Kulturstätte in Betrieb ist. (Wenn man Glück
hat, ist das Werk geöffnet. Aber auch von außen ist es
beeindruckend und man kann durch die Fenster einen Blick nach innen
werfen.)
Ausflüge mit Guide
Tagestour Henri Pittier
Morgens startet man von Puerto Colombia und folgt der Straße in
Richtung Maracay etwa eine halbe Stunde lang bis eine Höhe von 800
Metern erreicht ist. Zu Fuß geht es dann über Höhen und
durch Täler des Wolkenwaldes des Henri Pittier Nationalparks.
Mehrfach überquert man den Rio Grande del Medio, folgt
schließlich einem alten Wasserkanal.
Mit etwas Glück erspäht man Araguatos (Brüllaffen), eine
Boa Constructor oder eine der vielen anderen heimischen Schlangen sowie
Faultiere, Pumas, Gürteltiere oder eine der 560 Vogelarten. Aber
selbst wenn man keinen Tieren begegnen sollte, durchwandert man den
pflanzenreichen Nationalpark, passiert Quellen, Wasserfälle und
Zuckerrohrfelder. Zum Programm gehören zudem die Besichtigung
einer Zuckermühle, derBesuch der Wallfahrtstätte der Heiligen
von Lourdes, die sich mitten im Urwald befindet und jedes Jahr am 11.
Februar Ziel einer Prozession der Bergbewohner ist, und eine
natürliche Dusche unterm Wasserfall.
Preis: US-$ 50 pro Person
2 Tagestour Henri Pittier Park
Die beschriebene Tagestour kann um einen Tag verlängert werden:
Nach dem Bad unter dem Wasserfall übernachtet man in einer Lodge
im Dschungel, speist dort, erfrischt sich am Outdoortresen eines Kiosks
und sinkt in die Hängematte.
Am 2. Tag wandert man erneut durch den Urwald, bewegt sich dann
allerdings auf einer Höhe zwischen 300 und 400 Metern, wo es
gegenüber dem Ausflug des gestrigen Tags entschieden wärmer
und die Vegetation trockener ist. Auf dem Weg zum Rio Grande del Medio,
den man nach zwei Stunden wieder erreicht und in einem seiner
natürlichen Schwimmbecken badet, durchläuft man eine
Kakaoplantage, auf der die unter Schokoladenkennern aller Welt
geschätzte Chuao-Bohne reift.
Preis: US-$ 80 pro Person (inkl. Übernachtung)
4 Tagestour Henri Pittier Park
Diese Tour führt von Puerto Colombia über Maracay nach
Turmero, dem Ausgangspunkt der Wanderung. Von da an folgt man dem Weg
über die Berge nach Chuao. Von Chuao geht es am vierten Tag mit
dem Boot zurück nach Puerto Colombia. Man munkelt, dass der
Ausflug traumhaft schön sei aber auch sehr anstrengend und
mitunter kalt, da im Urwald in Zelten übernachtet wird.
Preis: US-$ 180 pro Person
Bootstour La Cienega
Morgens legt das Boot im Hafen von Puerto Colombia ab und fährt in
Richtung Ocumare de la Costa. Entlang der Küstenkordillere
schippert man zu den Stränden von Uricaro und Aroa, deren Buchten
unbebaut sind. Unterwegs begleiten immer wieder Delfine, die sich
häufig in Küstennähe aufhalten, das Boot. Nach einem Bad
im Meer oder im Fluss, der bei Uricaro in die See fließt, geht es
weiter nach La Cienega.
Das Wasser ist flach und sanft und so hat die sich weit ins Land hinein
erstreckende Bucht von La Cienega Badewannentemperatur, was
natürlich einlädt zu planschen oder auch zu schnorcheln.
Wieder im Boot folgt eine Tour durch Mangrovenwälder.
Je nach Zeiteinteilung besteht die Möglichkeit auf der
Rückfahrt im Hafen von Ocumare anzulegen oder in der Bucht von
Cata vor Anker zu gehen.
Preis ab: US-$ 50 pro Person
Tauchen
Die einzige Tauchschule der Gegend befindet sich in Cepe und wird von dem Venezolaner Cesar Fischer geleitet.
Preis: US-$60 USD (2 Tauchgänge inkl. Ausrüstung und Boot zu
den Tauchplätzen, Tauchschein erforderlich)
Adresse:
www.puertoescondido.com.ve,
cfischer@puertoescondido.com.ve
Cesar ist nur schwer zu erreichen, eine kurzfristig Buchung is fast unmöglich.
Tourist Information
Seit Anfang 2005 gibt es in Choroní eine Tourist Information,
die von Claudia aus Düsseldorf (dt, eng, es) und Emilio aus
Choroní (es, eng) geleitet wird. Neben Auskünften aller Art
bieten die beiden Serviceleistungen an, wie Transfers zum Flughafen
nach Caracas oder Maracay oder Reservationen für Posadas und
Hotels. Zudem haben sie eine kleine Reiseagentur, über die sie
u.a. die oben beschriebenen Touren anbieten und als Guides selber
begleiten.
T (0243) 951 5318, M 0412 435 3056, E
ClaudiBeckmann@web.de oder
jungletrip@choroni.net, Website: www.jungletrip.de (im Aufbau)
Vor Ort: Puerto Colombia, in der Posada Luna (s. Karte
11), täglich von 17.00 – 20.00 Uhr geöffnet
Posadas in Puerto Colombia
11 Posada Luna, einfache Zimmer,
schöner Innenhof, Gemeinschaftsküche. Die Rezeption ist
gleichzeitig die Tourist Information Choronís. Super nette
Leitung und Beratung durch Claudia und Emilio (dt, es, en)
Preis: ab US-$ 10
Puerto Colombia, Calle Morillo (neben dem Hostal Colonial), Reservierung möglich
T (0243) 951 5318, M (0412) 435 3056, E
ClaudiBeckmann@web.de oder
jungletrip@choroni.net, www.jungletrip.de (im Aufbau)
10 Hostal Colonial, schöner
Innenhof, Frühstücksrestaurant und Gemeinschaftsküche.
Einfache Zimmer mit Ventilator, mit und ohne Bad, für 2 bis 5
Personen. Leider besteht keine Möglichkeit zur Reservierung.
Preis: US-$ 9-20 pro Zimmer
Puerto Colombia, Calle Morillo 37 (gegenüber dem Busbahnhof), T (0243) 218 5012
7 Hostal Casagrande, schönstes Hotel in Puerto Colombia. Massage/ Pool.
Preis: US-$ 115 im Doppelzimmer
Puerto Colombia, Calle Morillo 33, T (0243) 991 1251,
www.hostalcasagrande.com
9 Posada Los Guanches, neun einfache Zimmer mit Bad und Ventilator. Aridaní, die Besitzerin, wohnt gegenüber.
Preis: US-$ 12 im Doppelzimmer
Puerto Colombia, Callejón Trino Rangel, T (0243) 991 1209
Posada El Ancla, Swimmingpool und traumhafter Garten. Zimmer mit Bad und Ventilator oder A/C.
Preis: US-$ 35 im Doppelzimmer
Sie liegt am Eingang von Puerto Colombia, Fußweg zum Dorfzentrum 5 - 10 Minuten, T (0243) 991 1192
Restaurants und Bars in Puerto Colombia
2 Bar La Playa,
3 Empanadas, die besten Empanadas des Dorfes
8 Restaurant Mango, Fisch und vegetarische Speisen.
Es gibt keine Speisekarten. Menüs liegen um die
US-$10-12
12 Restaurant Willi, deutsches
Restaurant, Spezialität: Steaks. Geöffnet von Freitag bis
Sonntag und zur Ferienzeit. Steaks kosten um die US-$ 9
15 Mehrere einfache Restaurants, zumeist ohne fließend Wasser aber günstig
16 Disco El Pescaíto, geöffnet von Donnnerstag bis Samstag
* Einfachere Restaurants gibt es vor allem auf der Calle Los Cocos, die
zum Hafen führt. Das venezolanische Nationalgericht
Pabellón Criollo (Rindfleisch gerupft, Reis, Bohnen und
frittierte Banane) kostet um die
US-$ 2,5
Sonstiges
1 Hippie Schmuckmarkt, findet jeden Abend statt. An Wochenenden und zur Ferienzeit ist der Markt wesentlich größer.
4
Movistar: Internet und Telefon, geöffnet von morgens bis nachts
5
Schmuckladen, unter schottisch-brasilianischer Leitung
6
Licorería San Sebastian, geöffnet von morgens bis nachts. Großer Schnaps- und Bierladen. Zentraler Punkt Puerto Colombias
13
Bäckerei, unter deutscher Leitung
14
Massage und Kartenlesen, neben dem
Spa-Zentrum im Hostal Casagrande ist Ximara die einzige in Puerto
Colombia, die Massagen anbietet. Zudem ist sie wesentlich
günstiger als das Spa-Zentrum. Das Haus hat keinen Namen: entweder
man ruft nach Ximara oder fragt nach „masage“.
Geld
Wenn ihr nach Choroní reist, braucht ihr ausreichend Bargeld
(vor allem Bolivares), da Choroní keinen Bankautomat hat und
Kreditkarten nur von den teuren Hotels akzeptiert werden.
Bildergalerie